Meyers Meinung

Olympia Mania

Mit an frühere Zeiten anknüpfender Begeisterung, habe ich am letzten Wochenende wieder den Olympia Sender eingeschaltet. Doch anstatt die Helden der Wettbewerbe um den Sieg kämpfen zu sehen, wurden Grüppchen jubelnder Athleten in der Auslaufzone von Teamwettbewerben gezeigt, und die Übertragungen erinnerten an Mathematikunterricht zur Ermittlung des Durchschnitts.

Das mag dem Mainstream in unserer derzeitigen Gesellschaft entsprechen, jeder soll mitgenommen werden und ich gönne den hochspezialisierten Einzelsportlern durchaus das Gemeinschaftsgefühl, doch Inklusion im weitesten Sinne produziert eben nur Durchschnitt. The Winner Takes It All hat schon ABBA gesungen und darum sollte es doch auch beim Spitzensport gehen. Wir brauchen Vorbilder und Idole, wenn der Durchschnitt einigermaßen erträglich sein soll.

Stattdessen links rotes Bashing der ErfolgReichen. Dies mag zwar durchaus im Interesse der Durchschnittsbeamten und Durchschnittsverwaltungsangestellten sein, die ihre Work-Live Balance planen, senkt diesen Durchschnitt auf Dauer jedoch erheblich.

Das um unzählige Teamwettbewerbe aufgeblähte Olympia Programm ermüdet beim durchschauen am Fernseher, oft blickt man gar nicht mehr durch, wer da alles in der Auslaufzone jubelt. Und was macht überhaupt einen technisch anspruchsvollen Einzelsport wie Skispringen oder Eiskunstlaufen zum Mannschaftssport? Wo sind Strategie und Taktik eines Teams bei diesem Individualsport? Wo der Reiz des unmittelbaren Vergleichs wie immerhin bei Staffelrennen?
Die Teamwettbewerbe führen dazu, dass Sportler und Zuschauer durch die überbordende Zahl der Konstellationen ausgelaugt werden, nur damit der Durchschnittsathlet die Möglichkeit bekommt, auch eine Medaille zu erhalten. Das ist nicht im Sinne unserer Gesellschaft. Gebt mir die Idole zurück.

Das blau-weiße Grauen

Fangen wir doch gleich mit einem blau-weißen Reizthema an. In diesen Farben möchte der Geschäftsführer des heimischen Fußballklubs unsere Stadt sehen.

Mir graut es davor.

So eine Aussage stellt leider für die weniger reflektierten Anhänger die Aufforderung dar, noch mehr blau-weiße Graffiti an die Hauswände zu schmieren, Laternenmasten und neuerdings sogar Ampeln mit blau-weißen Aufklebern zuzukleistern und zu glauben, es sei nun „ihre“ Stadt. Ohnehin scheinen die vermeintlichen Fans sowohl Block U im Stadion als auch Orte ihres blau-weißen „Handelns“ als rechtsfreien Raum zu betrachten, in welchem nach Lust und Laune randaliert und vandaliert werden kann. Schon die Anwesenheit der Polizei als Organ unser aller Rechtsstaates wird als „Provokation“ bezeichnet und dient den Schlägern als Vorwand zum Gewaltexzess. 

Dem gelte es, gesamtgesellschaftliche Klarstellung von Rechts- und Anstandsnormen entgegenzusetzen, anstatt zu relativieren und sich anzubiedern. Gerade von den Verantwortlichen des Vereins, aber auch von Eltern, Lehrern, Arbeitskollegen.

Fangt endlich mal wieder damit an, Grenzen zu setzen, Leute, beginnend bei der Erziehung Eurer Kinder!

Magdeburg 2026

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